Köpenicker Wappen, das inzwischen durch ein gemeinsames neues Wappen für den Großbezirk Treptow-Köpenick ersetzt wurde.
  
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"Köpenick von A-Z"
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Alt-Köpenick

Alt-KöpenickDie älteste Straße Köpenicks hieß ursprünglich Breite Straße und wurde im Zusammenhang mit dem Schloßneubau um 1690 in Schloßstraße umbenannt. 1939 wurde sie in Lietzmanndamm umbenannt und trug zwischen 1945 und 1947 den bezirklich festgelegten Namen Max-Betcke-Straße, der aber amtlich nicht bestätigt wurde. Am 31. Juli 1947 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen.
Die Straße verläuft parallel zur Dahme, vom Köpenicker Schloß bis zur Dammbrücke.
In dieser Straße befinden sich neben dem Rathaus und der St. Laurentiuskirche noch mehrere alte Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert die inzwischen restauriert wurden.

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Andersonsches Palais

Ein Mitte des 18. Jahrhunderts errichtetes und inzwischen restaurierte Gebäude in Alt-Köpenick 15. Es wurde im Friderizianischen Rokoko erbaut und mit einem zweigeschossigen Mansardendach bekrönt. Prinzessin Henritte Marie ließ es für ihren damaligen Stallmeister bauen. Später gehörte es ihrem Hofprediger Saint Aubin. Den Namen erhielt das Palais durch die späteren Besitzer, die Familie Anderson.

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Ausflugsgaststätten zwischen Müggelsee und Langer See

Marienlust (am Langen See)
(existiert nicht mehr)

Das ehemalige Lokal "Marienlust" startete nach der Wende eine Erfolg versprechende Karriere als Diskothek. Damit war es aber vorbei, nachdem am Morgen des 11.Januar 1997 ein Feuer die traditionsreiche Ausflugsgaststätte zerstörte. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder und wurde inzwischen abgetragen.

Schmetterlingshorst (am Langen See)

Gaststätte SchmetterlingshorstVon 1912 bis 1992 war Schmetterlingshorst ohne Unterbrechung betrieben worden. Als der Pachtzins durch die Verwalterin der Anlage, die Wohnungsbaugesellschaft Köpenick, drastisch erhöht wurde, hatte der Betreiber das Lokal schließen müssen.
Inzwischen wird das Lokal wieder genutzt, jedoch nicht mehr als Gaststätte. Es ist aber ein kleiner Imbißverkauf eingerichtet worden und eine Schmetterlingssammlung ist auch wieder zu sehen.
Der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V. hat die Trägerschaft für dieses Objekt übernommen und wandelt es nach und nach in einen gemeinnützigen Schul-, Sport- und Wanderstützpunkt um. (Foto: 9. August 2004)

weitere Informationen:
http://www.schmetterlingshorst.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingshorst

Gaststätte am Teufelssee
(existiert nicht mehr)

Auch diese Gaststätte wurde kurz nach der Wende geschlossen und inzwischen abgerissen.
Das Gelände wurde renaturisiert.
Gaststätte am Müggelturm

Müggelturm in den Müggelbergen - wegen Einsturzgefahr geschlossen -

Es gibt aber einen Kiosk in dem es auch die Eintrittskarten für den Müggelturm gibt.
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Bahnhofstraße

EKZ Bahnhofstraße Ecke ElcknerplatzDie Bahnhofstraße ist die Hauptstraße der Dammvorstadt und ist neben der Friedrichshagener Bölschestraße die bedeutenste Einkaufsmeile in Köpenick. Sie verbindet den S-Bahnhof-Köpenick indirekt mit der Dammbrücke, welche zur Altstadt hinüberführt.

Vor einigen Jahren wurde hier das Forum Köpenick gebaut (Eröffnung 1997). Dieses neben dem S-Bahnhof-Köpenick liegende Einkaufszentrum paßt mit seiner langweilig-modernen Architektur leider nicht in die Bahnhofstraße. Es erstreckt sich über mehrere Etagen und verfügt auch über ein Parkhaus. Urspünglich war geplant, den S-Bahnhof mit dem Forum Köpenick zu verbinden, aber daraus ist, vermutlich aus Kostengründen, nichts geworden.

Bis 2012 wurde dem Forum gegenüber auf der anderen Straßenseite ein weiteres Einkaufscenter "Elcknerplatz" direkt gegenüber dem S-Bahnhof errichtet. Es bietet neben 13.000 m² Fläche auch über ein Parkhaus mit 324 Stellplätzen.

Es ist schon längere Zeit geplant, dass der S-Bahnhof zum Regionalbahnhof ausgebaut wird. Wann dies jedoch geschehen wird ist fraglich, da dies bisher aus Kostengründen immer wieder verschoben wurde.

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Baumgarteninsel

BaumgarteninselGegenüber dem Platz des 23. April gelegene kleine Insel. Sie entstand als zwischen der Altstadt und den Kietzer Wiesen, an denen die Spree vorbeifloß, zur Entwässerung der Katzengraben angelegt wurde. Die Wiesen dienten den Köpenicker Wäscherinnen als Bleich- und Trockenplatz. Später wurden Sie aufgeschüttet und es wurden Kleingärten angelegt.

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Bismarckwarte

BismarckwarteDie 1904 eingweihte Bismarckwarte befand sich in den Müggelbergen. (siehe Foto: der rechte Turm in der oberen Bildmitte) Sie war 40 Meter hoch und verfügte über drei Eingänge. Nach dem Betreten der 60 m² großen Gedächtnishalle konnte man über eine Treppe die 29 m hohe Aussichtsplattform erreichen. Während des 2. Weltkrieges wurde die Bismarckwarte für militärische Zwecke genutzt. 1945 wurde sie dann gesprengt.
Weitere Informationen zur (Köpenicker) Bismarkwarte unter bismarcktuerme.de

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Bölschestraße

BölschestraßeDies ist die Hauptstraße Friedrichshagens. Die 1753 angelegte Straße wurde schon weitgehend saniert und ist 1,25 km lang. Mit ihren über 100 kleinen Geschäften und Restaurants und ihrer bemerkenswerten Architektur, die fast zwei Jahrhunderte Baugeschichte wiederspiegelt, zählt Sie, zu den schönsten Straßen Berlins. Die nach dem Schriftsteller Wilhelm Bölsche (1861-1939) benannte Straße, vormals Dorfstraße, dann Friedrichstraße, die manches von ihrem dörflichen Charakter erhalten hat, führt vom S-Bahnhof Friedrichshagen zum Müggelpark. Jedes Jahr findet hier im Mai das Bölschefest statt, das viele Besucher anzieht. 2003 wurde hier wieder ein Bronzedenkmal, das Friedrich II. zeigt aufgestellt. Das frühere Denkmal wurde nach dem 2. Weltkrieg vom Sockel gestoßen und eingeschmolzen. Eine Bürgerinitaitive machte sich aber für das neue, wenn auch umstrittene Denkmal stark und finanzierte es durch private Spenden.

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Dammbrücke

Dammbrücke bei NachtSie verbindet die Köpenicker Altstadt mit der Dammvorstadt. Bis 1890 stand hier eine Holzbrücke mit dem "Dammtor" für Schiffdurchfahrten. Die 1892 fertig gestellte neue Gewölbebrücke aus Backsteinen wurde in der 1930er-Jahren wie auch die Lange Brücke, durch angehängte Fußwege verbreitert. Zwischen 1984 und 1986 wurde die Brücke durch eine Spannbetonkonstruktion ersetzt. Die alte Brücke ist in der Neuen nicht wiederzuerkennen.

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Dammvorstadt

LindenstraßeAls Dammvorstadt wird die nähere Umgebung rings um die Bahnhofstraße zwischen der Dammbrücke und dem S-Bahnhof-Köpenick bezeichnet. Sie entstand ab 1883, weil die wachsende Bevölkerung in der Köpenicker Altstadt nicht mehr genügend Platz fand.

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Erpetal (Galerie)

ErpetalDas Erpetal mit seiner typischen Wiesenlandschaft ist eins der wenigen erhaltenen Fließtäler in Berlin. Es liegt zwischen den S-Bahnhöfen Köpenick und Friedrichshagen in einem Landschaftsschutzgebiet. Durch das Erpetal schlängelt sich das Neuenhagener Mühlenfließ. Mehrere Wassermühlen wurden hier betrieben, z.B. die Ravensteiner Mühle, die Heidemühle, die Krummendammer Mühle und die Neuenhagener Mühle. Das Neuenhagener Mühlenfließ wurde im Mittelalter aus der Erpe, die während der letzten Eiszeit entstand, künstlich zu einem schneller fließenden Gewässer umgestaltet. Ein alter Arm der Erpe verläuft noch parallel zum Neuenhagener Mühlenfließ. Ein Teil des Erpetals wurde schon 1983 unter Naturschutz gestellt. 1949 wurde dann das gesamte Erpetal zum Naturschutzgebiet, 1957 zum Landschaftschutzgebiet, erklärt. Der Erpewanderweg ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs E 11 und des Berliner Hauptwanderwegs "Der grüne Pfad". Im Erpetal gibt es viele Arten wildwachsender Farn- und Blütenpflanzen, Amphibien und seltene Vögel.

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FEZ - Freizeit- und Erholungspark

Der 1952 eröffnete vormalige Pionierpark "Ernst Thälmann" ist Teil der Wuhlheide, eines 350 ha großen Parks zwischen Köpenick und dem ehem. Industriezentrum Oberschöneweide/Oberspree. Der Haupteingang liegt an der Straße An der Wuhlheide. Eine breite Allee führt an dem Stadion und dem Sporthaus vorbei zur Freilichtbühne und zum künstlich angelegten Badesee. Hier fährt auch die 1956 in Betrieb genommene und sehr beliebte Schmalspur Parkeisenbahn (600 mm) die über eine 6,9 km lange Strecke verfügt. Mit dem 1979 eröffneten Pionierpalast hat der Park einen neuen Anziehungspunkt erhalten. In dem mit Holz- und Glasverkleidung reizvoll in die Parklandschaft einfügenden Bauwerk stehen zu vielseitigen Zwecken der Große Saal mit 600, der Foyersaal mit 240, der Kleine Sall mit 140 Plätzen sowie 40 weitere Funktionsräume für unterschiedliche Aktivitäten zur Verfügung. Ebenso kann hier eine Schwimmhalle mit acht 50-m-Bahnen, eine Sporthalle und vieles mehr genutzt werden. Daher kommen hier jährlich zehntausende Kinder her um zu Spielen und Spaß zu haben, den eigenen Hobbys nachzugehen oder sich sportlich zu betätigen.
Internet: http://www.fez-wuhlheide.de

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Frauentog

FrauentogZwischen Schloßinsel und Kietz gelegen. Nach dem 30-jährigen Krieg herrschte auch in Köpenick große Hungersnot. Da traf es die Fischer, die täglich ihre Netze auf der Dahme und der Spree auswarfen, um so härter, wenn diese fast immer leer blieben. Auf Grund des Traumes einer Fischersfrau warfen die Frauen am heutigen Frauentog die Netze aus. Dieser "Frauenzug" (= Frauentog) wurde ein reicher Fischfang und legendär. Am Frauentog befindet sich auch das Denkmal für Mutter Lustig, der Begründerin der Lohnwäscherei in Köpenick. 1835 errichtete Sie am Alten Markt eine eigene Wäscherei.

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Friedrichshagen

Panorama von FriedrichshagenDieser am Nordwestufer des Müggelsees liegende Ortsteil, wurde wie der Name schon vermuten läßt, wie auch Grünau und Müggelheim, unter Friedrich II. gegründet. Zunächst hieß Friedrichshagen jedoch Friedrichsgnaden, und wurde erst 10 Jahre später umbenannt. Eingewanderte Spinner aus Böhmen und Schlesien waren es, die hier angesiedelt wurden und am 31. Mai 1753 die Gründungsurkunde für das Dorf erhielten. Die 50 Lehmfachwerkhäuser der 221 Einwohner (1755) standen in zwei Reihen vom Müggelseeufer in Richtung Norden. Sie betrieben Baumwollspinnerei und Seidenraupenzucht in Heimarbeit. Um Nahrung für die Seidenraupen zu haben, pflanzten sie fast 1000 Maulbeerbäume (andere Quellen sprechen von etwa 676), von denen heute nur noch drei, mehr schlecht als recht, erhalten sind. Da die Seidenraupenzucht jedoch nicht zu den gewünschten Ergebnissen führte, versuchten die Siedler bald, auswärts als Arbeiter und Handwerker ihr Geld zu verdienen. In den Wintermonaten holten sie aus den benachbarten Wäldern Birkenreiser und banden Besen. So wurden die Einwohner Friedrichshagens bald als "Besenbinder" in der weiteren Umgebung bekannt. 1849 wurde die Haltestelle "Friedrichshagen" auf der Strecke der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn eröffnet. 1870 hatte Friedrichshagen lediglich 2300 Einwohner, aber im "Dreikaiserjahr" 1888 waren es bereits 6.181 und Friedrichshagen entwickelt sich zum Villenvorort. Friedrichshagen erhält um 1880 den Titel "Klimatischer Luftkurort". Es entstehen zwei Badestellen, ein Kurpark sowie Biergärten, Cafes und Hotels. Bekannt wurde die Ortschaft auch durch den Friedrichshagener Dichterkreis. Hier befindet sich auch die Bölschestraße in der das beliebte Bölschefest statt findet. 1893 wurde das Wasserwerk Friedrichshagen in Betrieb genommen. 1919 hat Friedrichshagen bereits 14.850 Einwohner. 1920 erfolgte die Eingemeindung nach Groß-Berlin. Eine Attraktion stellt der 1927 eröffnete Spreetunnel dar, der es einem erlaubt, trockenen Fußes die Spee zu durchqueren.

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Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933

ehem. AmtsgerichtsgefängnisSie befindet sich seit 1987 im Zellengefängnisgebäude des Stadtbezirksgerichtes in der Puchanstraße. In der ständigen Ausstellung sind die Ereignisse vom Juni 1933 ausführlich dokumentiert.

Puchanstraße 12
12555 Berlin-Köpenick

Weitere Informationen gibts es auf der Internetseite des Köpenicker Heimatmuseums.

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Grünau

Der Ortsteil Grünau wurde 1749 auf Veranlassung Friedrich II. gegründet und hieß zunächst "Grüne Aue". Die vier pfälzischen Familien, die sich als erste ansiedelten und dem Amt in Köpenick ihren Erbzins zu entrichten hatten, lebten zunächst von der Baumwollspinnerei und legten wie die Friedrichshagener, eine kleine Seidenraupenzucht an. Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) hielt aber die anfangs günstige Entwicklung auf. Der Ort blieb lange Zeit dünn besiedelt. Noch im Jahre 1800 zählte er nur 59 Einwohner. Nach und nach siedelte sich hier der Bootsbau und das Wäschereigewerbe an. Mit der Entwicklung des Wassersports wuchs zugleich der Strom der Ausflügler in diese idillische Gegend an, was zum Bau zahlreicher Gaststätten sowie Bootshäuser innerhalb der Uferzonen führte. Finanzkräftige Bürger bauten sich hier Villen und Landhäuser. 1900 hatte Grünau bereits 25.000 Einwohner. 1936 wurden hier die olympischen Ruder- und Kanuwettberwerbe augetragen.

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Der Hauptmann von Köpenick

Bürgermeister LanghansIm Oktober 1906 kam Köpenick durch den arbeitslosen 57jährige Schuster Wilhelm Voigt in die Schlagzeilen, weit über die Landesgrenzen hinaus. Er besetzte in einer Hauptmannsuniform des 1. Garderegiments mit zehn Grenadieren das fast nagelneue Köpenicker Rathaus. Er ließ den Bürgermeister Dr. Langhans sowie den Schalterbeamten von Wiltberg verhaften und beschlagnahmte die fast leere Stadtkasse (4000 Mark, 37 Pfennige). Vor allem das Ausland lachte über diesen gelungenen Streich, der den preußischen Untertanengeist und Kadavergehorsam bloßstellte. Zehn Tage nach dem Bubenstück wurde er ausfindig gemacht und abgeführt. Ein ehemaliger Mithäftling (wegen zahlreicher Betrügereien hatte der Schuster bereits 27 Jahre und sechs Monate gesessen) hatte der Polizei einen Tip gegeben. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon im August 1908 wieder auf freien Fuß gesetzt.
(detaillierte Informationen über W. Voigt unter: http://www.koepenickia.de)

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Heimatmuseum Köpenick

Heimatmuseum KöpenickIst in einem 1665 auf "Schötzes Hof" errichtetem Fachwerkhaus untergebracht. Ausstellungen zur Köpenicker Geschichte.

Alter Markt 1
12555 Berlin-Köpenick


Internet: http://www.heimatmuseum-treptow.de

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Hirschgarten

Zwischen Friedrichshagen und Köpenick liegt der Ortsteil Hirschgarten. Die Villenkolonie wurde im Juni des Jahres 1870 vom Bankier Albert Hirte nach einem Bebauungsplan von Eduard Titz begründet. Die Entstehung der Ortsbezeichnung ist nicht ganz geklärt. Sie soll auf den Namen eines Bankiers Hirsch zurückzuführen sein, der sich hier als einer der ersten eine Villa bauen ließ. Die Villenkolonie gehört zu Friedrichshagen, an dessen Aufschwung sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts teilnahm. In Hirschgarten wurde ein Naturbad errichtet. Es erlangte dadurch besondere Anziehungskraft, daß es eine warme Quelle besaß, die bei Bauarbeiten entdeckt worden war. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Kolonie rasch. Als die heiße Quelle versiegte, mußte der Solbadebetrieb jedoch eingestellt werden.

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Kanonenberge

Wegweise zum Ausblick in den KanonenbergenAls Kanonenberge wird ein Bereich in den nord-westlichen Ausläufern der Müggelberge bezeichnet. Um die Jahrhundertwende parkähnlich gestaltet, wurde ab 1884 Sand abgebaut, der mit einer Seilbahn zur Dahme transportiert wurde und von dort aus für Bauprojekte nach Berlin verschifft wurde.

Proteste aus der Bevölkerung sollen dafür gesorgt haben, daß der Abbau nach kurzer Zeit gestoppt wurde. In der neu entstandenen etwa 250 m langen und knapp 80 m breiten Sandgrube, Sandschurre genannt, führte die preußische Armee in Vorbereitung zum Ersten Weltkrieg Schießübungen mit neuen Kanonen durch, um diese einzuschießen. Durch den Geschützlärm wurde die Ruhe in diesem Waldgebiet, das sich immer mehr zu einer Erholungsstätte entwickelte, stark beeinträchtigt. Die Detonationen während den Schießübungen waren bis in die Werkhallen in Köpenick zu hören. Seitdem wird dieser Bereich der Müggelberge "Kanonenberge" genannt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, nach 1933, war die Sandschurre umzäunt und wiederrum diente sie zur Erprobung von Waffen. Nach 1945 kehrte wieder Ruhe ein und irgendwann verschwand die Umzäunung.

Die Sandschurre befindet sich ca. 250 Meter von der Straße zum Müggelturm entfernt. Die Grundfläche ist überwiegend baumfrei, während die Hänge dicht mit Bäumen bewachsen sind.

Der in den Kanonenbergen nach dem 1. WK angelegte Aussichtspunkt mit befestigten Wanderwegen und Bänken wurde in der Nachwendezeit (nach 1990) nicht mehr gepflegt und später sogar renaturisiert. Dadurch überwucherte die befestigte Aussichtsplattform und die hinab zur Sandschurre führenden Wanderwege, die von Sträuchern eingesäumt waren, wurden unbegehbar gemacht, in dem sie zugeschüttet wurden.

Etwa 2003 stellte Mike Endert, ein engagierter Köpenicker, der Forstbehörde Pläne vor, den Kanonenbergen anhand alten Kartenmaterials, daß er sich extra besorgt hatte, diese frühere parkähnliche Struktur zurückzugeben. Diese wollte die Unterlagen prüfen um zu sehen, ob die Pläne umsetzbar sind. Nach mehreren Nachfragen bei der Forstbehörde wurde sein Projekt aber wegen Arbeitskräftemangel abgelehnt, obwohl er dem Leiter der Behörde wiederholt versicherte, ehrenamtliche Helfer bereitstehen zu haben, die seine Pläne gern tatkräftig unterstützen würden. Davon wollte man aber offenbar nichts wissen.

Ende 2005 schrieb er der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Brief, in dem er seine Idee schilderte, ohne jedoch eine Reaktion darauf zu erhalten.

Im Frühjahr 2006 begann man überraschenderweise, mit Hilfe von ABM-Kräften, den 200 m² großen Aussichtspunkt wieder freizulegen und die Wanderwege wieder begehbar zu machen und zu befestigen, sowie Bänke zum Verweilen aufzustellen. Zudem wurden Bäume gefällt, damit man von der Aussichtsplattform einen freien Ausblick auf die Müggelberge mit dem Müggelturm und der Sendeanlage der Telekom hat.

Es ist selbstverständlich sehr erfreulich, daß "sein" Projekt letztlich realisiert wurde, aber man fragt sich unweigerlich, warum man dafür ABM-Kräfte einsetzte anstatt es kostengünstiger mit Freiwilligen zu machen.

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Katzengraben

KatzengrabenDieses zusätzliche Teilstück der Spree entstand zur Entwässerung der Kietzer Wiesen und wurde 1867 für die Schifffahrt verbreitert. Dadurch entstand die Baumgarteninsel.

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Kietz

KietzDer ehemalige slawische Kietz war eine zur Burg gehörende Dienstsiedlung die erstmals 1355 urkundlich erwähnt wurde. Der Kietz, dessen Bezeichnung auf das slawische Wort "chyca" (Fischerhütte) zurückgeht, blieb Jahrhunderte ein Fischerdorf und wurde erst 1898 nach Köpenick eingemeindet. Hier stehen noch viele restaurierte Fischerhäuser. (eingeschossige Putzbauten mit Satteldächern) zwischen Gründerzeithäusern.

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Köllnische Vorstadt

Namensgeber ist die Berliner Zwillingsstadt Cölln, welche man früher auf einer Landstraße von Köpenick aus erreichte. Sie liegt auf der anderen Uferseite der Dahme, gegenüber dem Köpenicker Schloß und dem Kietz. Spindlersfeld liegt ihr, durch die Oberspreestraße getrennt, gegenüber. 1817 hatte sie nur 118 Einwohner gezählt, 1883 waren es schon fast 2500 und 1900 über 7000. Den Hauptanstoß zu diesem raschen Aufstieg verdankt der Ortsteil dem Fabrikanten Spindler, der hier seit dem Jahre 1873 seine weitflächigen Fabrikanlagen für Wäscherei und chemische Reinigung erbauen ließ.

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Köpenicker Blutwoche

Die vorbereitete Aktion begann am 21. Juni 1933. Über 500 Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, bürgerliche Demokraten und Christen wurden aus ihren Wohnungen in die Sturmlokale der SA verschleppt, wo sie grausam mißhandelt wurden, 91 fanden dabei den Tod. Folterstätten waren die berüchtigten SA-Lokale Uhlenhorst, Demuth in der Elisabethstraße, Jägerheim in der Puchanstraße, das Wassersportheim in der Wendenschloßstraße und das Amtsgerichtsgefängnis. Die furchtbaren Ereignisse gingen in die Geschichte als Köpenicker Blutwoche ein.

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Köpenicker Wappen

Köpenicks WappenDas Köpenicker Wappen erschien bereits im 13. Jahrhundert und seit dem 14. Jahrhundert ist es auf Siegeln und Stempel nachweisbar. Im Köpenicker Wappen ist auf blauem Grund ein hochstehender goldener Schlüssel zwischen zwei silberfarbenen Hechten dargestellt, die den einst wichtigsten Erwerbszweig der Köpenicker, die Fischerei, symbolisieren. Die um den Schlüssel gruppierten sieben Sterne kennzeichnen die Plejaden, das Siebengestirn, das als Schutzgestirn der Fischer bekannt ist.

Der blaue Hintergrund symbolisiert dabei den Wasserreichtum des Bezirks. Für den Schlüssel lassen sich zwei Varianten finden. Zum einen kann der Schlüssel als "Stadtschlüssel" gedeutet werden. Wahrscheinlicher ist allerdings, daß der Schlüssel auf den Heiligen Petrus, den Schutzpatron der Fischer hinweist.

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Lange Brücke

Lange BrückeDie denkmalgeschützte Lange Brücke führt über die Dahme und verbindet die Köpenicker Altstadt mit der Köllnischen Vorstadt und Spindlersfeld. Sie ersetzte dort die Letzte der dort über Jahrhunderte genutzen Holzkonstruktionen. Sie wurde 1892 fertiggestellt und erhielt Ihr heutiges Erscheinungsbild durch Rekonstruktionen und Verbreiterungen durch angehängte Fußgängerwege. Sie wurde zwischen 1995 und 1998 vollständig saniert.

Bevor die Sanierungsarbeiten begannen, wurde direkt daneben eine stählerne Zusatz-/Behelfsbrücke gebaut und mit ihr verbunden um die Dahme-Überquerung während der Bauarbeiten sicher zu stellen. Die Behelfsbrücke verfügt über zwei Fahrspuren, ein separates Straßenbahngleis und einen Fußgängerweg.
Die Behelfsbrücke sollte ursprünglich nach der Sanierung der historischen Brücke wieder entfernt werden. Es wurde aber offensichtlich, daß ihre zusätzlichen Verkehrskapazitäten unverzichtbar geworden sind. In der Folge plante man, die Behelfsbrücke erst zu entfernen, wenn die Altstadtumfahrung (2. Bauabschnitt der Tangentialverbindung Ost) fertig gestellt ist und somit die Altstadt vom Durchgangsverkehr der Berufspendler spürbar entlastet wurde.

Wie sich herausstellte, brachte das für die Verkehrsentlastung der Brücke nicht genug. Und so staut sich der Verkehr trotz Altstadtumfahrung weiterhin zu beiden Seiten der Brücken. 2008 wurde die Behelfsbrücke teilweise erneuert.
Inzwischen (2014) hat sich ihr Zustand soweit verschlechtert, daß sie in absehbarer Zeit vollständig ersetzt werden muß. Derzeit laufen die Planungen dazu, wie diese geschehen könnte. Es ist noch nicht entschieden, ob dann wieder eine Behelfsbrücke gebaut wird oder eine völlig neue Brücke und inwieweit in diesem Fall die Lange Brücke erhalten bzw. ins neue Bauwerk integriert werden kann. Planungen mit Stand 2009 gingen noch davon aus, daß sie spätestens dann ersatzlos entfernt wird, wenn das Tangentenkonzept (TVO inkl. der Ost-West-Trasse) vollständig umgesetzt ist. Da sich die Realisierung der Ost-West-Trasse allerdings weiter verzögert und der für die Verkehrsentlastung notwendige 2. Abschnitt der Ost-West-Trasse nur langfristig geplant ist, spricht derzeit mehr für eine dauerhafte Lösung anstatt einer weiteren Behelfsbrücke mit begrenzer Haltbarkeit und konstruktionsbedingt deutlich höherer Lärmentwicklung.

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Lehrkabinett Teufelssee

Wanderlehrpfad TeufelsseeIn der ältesten und größten Waldschule der Berliner Forsten finden Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Lehrer, Wanderer und Senioren ein breites Angebot. Etwa den Lehrpfad am Teufelssee, mit dem Erlenbruchwald am Südufer, das Sumpfgebiet mit Torfstichen, die Exkursion mit Käscher, Lupe und Fernglas. Außerdem gibt es Ausstellungen im Hause über Pflanzen- und Tierarten, über Spuren im Wald, Vorträge und Führungen, oder Seminare über Waldpädagogik

Das Lehrkabinett Teufelssee begann 1972 in einem kleinen Haus im Blockhausstil seine Arbeit. 1981 wurde in unmittelbarer Nähe das jetzige Gebäude errichtet und 1999 erweitert. Ein kurzer Lehrpfad wurde 1965 angelegt, 1970/71 erneuert und erweitert. 1995 wurde der Knüppeldamm am Teufelssee rekonstruiert.

Das Lehrkabinett ist von Mai bis September von Mittwoch bis Freitag und sonntags zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet, dienstags nach Vereinbarung. Montags und sonnabends ist die Einrichtung geschlossen. Jährlich kommen etwa 15 000 Besucher in die Waldschule, zum größten Teil Kinder und Jugendliche bei Wandertagen, Projekttagen und Exkursionen. Vorträge im Lehrkabinett und Führungen über den Lehrpfad können kombiniert werden.

Weitere Informationen auf den Seiten von Berlin.de und der Stiftung Naturschutz Berlin.

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Luisenhain

LuisenhainZwischen Rathaus und Uferweg gelegen. Der Luisenhain und der ihn durchquerende Uferweg laden zu einem kleinen Spaziergang am Wasser ein. Der Uferweg verläuft parallel zur Straße Alt-Köpenick am Ufer der Dahme und verbindet die Lange Brücke gegenüber dem Köpenicker Schloß mit der Dammbrücke die zum Platz des 23. April hinüberführt. Der Köpenicker Kaufmann Asseburg schenkte 1906 diesen Teil seines Grundstückes der Stadt Köpenick unter der Bedingung, daß es öffentliche Grünfläche bleibt und nach seiner Schwester Luise benannt wird.

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Marienhain

MarienhainDer Marienhain ist heute ein 15,7 ha großes Gelände in der Wendenschloßstraße, südlich der Müggelheimer Straße.

1872 erwarb Carl Bolle das an der Dahme gelegene Grundstück. Er ließ dort eine Villa als Sommersitz errichten und nutzte das Gelände anfangs für Spargelfelder und Obstplantagen. Zusätzlich entstanden auch noch eine Obstweinkelterei und Gewächshäuser zur Anzucht und Verarbeitung der Früchte.

Aufgrund des 1881 eingeführten Straßenverkaufs von Milch, ließ Bolle zwischen 1899 und 1905 eine Meierei errichten. Auf dem damals 35 ha großen Grundstück standen Ende 1900, 7 Kuhställe, 1 Kälberhaus, 2 Hühnerställe, 1 Kühlhaus, 1 Kesselhaus und ein Futterspeicher.

Nach dem Tode von Bolle wurde die Meierei 1911 von der Aktiengesellschaft Meierei C. Bolle übernommen. Um 1916 wurde die Milchverarbeitung auf dem Gelände zu Gunsten des Firmensitzes der AG Meierei C. Bolle in Berlin-Moabit aufgegeben.

1918 erwarb der Politiker Waldeck Manasse das Gelände.

1923 erbte Manasses Tocher, Vera Stöpler, das Gelände und nutzte es als Gärtnerei "Marienhain" bis 1945 weiter. Während des 2. Weltkriegs kam es zu keinen größeren Schäden. 1951 verpachtete sie das Grundstück und ging 1953 mit ihren Töchtern in die BRD.

Der Marienhain wurde daraufhin der Humboldt-Universität zur Verfügung gestellt und vom Institut für Zierpflanzenbau genutzt.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung erhielt die Familie der Eigentümerin Stöpler das Grundstück zurück. Seit 2001 ist das Gelände ungenutzt. 2011 wurde das Grundstück verkauft.

MarienhainVon 2015-2025 wird auf der bislang sehr naturüberlassenen geschützten Fläche mit reichhaltigem wertvollem Grünbestand, ein Wohngebiet mit ca. 1100 Wohnungen errichtet. Die Errichtung des Wohngebietes ist sehr umstritten. Insbesondere weil sich dadurch die ohnehin schon sehr problematische Verkehrssituation in diesem Gebiet weiter verschlechtern wird.

Von offizieller Seite wird die Errichtung des Wohngebietes aktiv voran getrieben. Die damit zusammenhängenden zu erwartenden Verkehrsprobleme werden dabei zwar zur Kenntnis genommen aber letztlich ignoriert.

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Mecklenburger Dorf

Mecklenburger DorfDas zwischen dem Ufer der Alten Spree und der Bahnhofstraße gelegene "Mecklenburger Dorf", eine Freiluftgasstätte, wurde 1973 zu den 10. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin errichtet. (neben dem Platz des 23. April) Bis kurz nach der Wende lud es mit seinen rustikal gestalteten Imbißständen zu einer kleinen Mahlzeit ein. An dieser Stelle war bis vor kurzem geplant, mehrstöckige Häuser zu errichten. Aber glücklicherweise ist der Investor inzwischen abgesprungen (August 2002). Wie man dort so etwas genehmigen konnte bleibt mir ein Rätsel. Wahrscheinlich ist Köpenick dort noch nicht ausreichend zugebaut worden. Mitte Juni 2003 wurde es überraschenderweise wiedereröffnet.

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Müggelberge

Die im im Pleistozän entstandenen und bewaldeten Müggelberge stellen die höchste natürliche Erhebung im Berliner Raum dar. Der Kleine Müggelberg mit dem knapp 30 Meter hohen Müggelturm erreicht 82 Meter, der Große Müggelberg 114,7 Meter über NN. Die Müggelberge sind von kilometerlangen Waldwegen durchzogen und laden zum Frischlufttanken ein.

Die Müggelberge umfassen eine Fläche von gut 7 Quadratkilometern. Hier befinden sich auch die Kanonenberge, die als die nord-westlichen Ausläufer der Müggelberge anzusehen sind. An den nördlichen Ausläufern liegt der Köpenicker Teufelssee und weniger als 1 Kilometer weiter nördlich befindet sich schon das Ufer des Großen Müggelsees. Im Süden enden die Hänge der Müggelberge am Ufer des Langen Sees.

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Müggelheim

Ortshinweisschild in MüggelheimAls Verlängerung der Müggelheimer Straße führt eine Chaussee von der Köpenicker Altstadt mitten durch den Berliner Stadtforst am Chausseehaus und dicht am Teufelssee vorbei, zwischen dem Ufer des Großen Müggelsees und den Müggelbergen nach Müggelheim. Der Ort liegt unterhalb der Müggelberge und ist von mehreren Gewässern umgeben. Die zwanzig Pfälzer Familien, die aus relegiösen Gründen ihre Heimat verlassen mußten, wurden durch Friedrich II. im Jahre 1747, auf dem stark bewaldeten und zum Teil mit Ödflächen bedeckten Köpenicker Werder, angesiedelt. Sie hatten zu Anfang mit Roden und dem Straßen- und Wegebau harte Arbeit zu leisten. Der denkmalgeschützte Dorfkern weist auf ein Angerdorf hin, hauptsächlich aus Bauernhöfen bestehend, der bis heute seinen ländlichen Charakter behalten hat. 1804 wurde die Dorfkirche gebaut, in der heute zahlreiche Konzerte aufgeführt werden. Als nach 1890 eine Chaussee nach Köpenick gebaut wurde, trat für die Müggelheimer Bauern ein geschäftlicher Aufschwung ein, da sie nun ihre Erzeugnisse schneller und vorteilhafter absetzen konnten als vorher. Seit dem 27. April 1920 ist Müggelheim zu Berlin eingemeindet und gehört zum Stadtteil Köpenick. Damals zählte es kaum 200 Einwohner, in den folgenden Jahren jedoch stieg die Zahl beträchtlich. Viele Berliner haben sich hier ein Eigenheim- oder Wochenendhäuschen errichtet. Hinzu kam während des zweiten Weltkrieges der Bau von Behelfsheimen für die ausgebombten Großstädter. 1955 besaß Müggelheim schon fast 5000 Einwohner.

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Müggelsee

Großer MüggelseeEin Ausflug zu diesem größten der Berliner Seen lohnt sich zu jeder Jahreszeit. 7,4 km² groß (4,3 km lang; 2,6 km breit, und bis zu 8 Meter tief), verdankt er seine Entstehung, ebenso wie die Müggelberge an seinem Südrand dem Pleistozän. Durch den Müggelsee fließt die Spree, die hier auch die Müggelspree genannt wird. Bei aufkommendem Sturm ist mit dem Wellengang auf dem See nicht zu spaßen. Kurze, hohe Wellen haben hier schon manchem unvorsichtigen Steuermann gerade von kleineren Booten mitunter eine unliebsame Bekanntschaft mit dem feuchten Element beschert. Bei dunstigem Wetter kann der See offenes Meer vortäuschen, da das gegenüberliegende Ufer dann schon mal verschwinden kann. Rund um den Müggelsee laden Ausflugsgaststätten zur Rast ein. Die rund um den Müggelsee befindlichen Ortsteile Friedrichshagen, Rahnsdorf und Müggelheim haben ihr dörfliches Ambiente zum größten Teil behalten. Das am Nordufer des Müggelsees gelegene Wasserwerk Friedrichshagen, entnimmt dem See indirekt einen großen Teil seines Rohwassers. Rund um den See befinden sich zahlreiche Tiefbrunnen in Ufernähe, die neben einem kleinen Teil echten Grundwassers vor allem Uferfiltrat fördern. Bei der Uferfiltration wird dem See über einen unterirdischen Sickerweg Wasser entzogen und durch die Filterwirkung des Sandes gleichzeitig gereinigt. Weitere Informationen zum Müggelsee finden Sie auf der Netzseite des IGB (http://www.igb-berlin.de/grosser_mueggelsee.html).

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Müggelturm

MüggelturmEin 29,61 Meter hohes und überdachtes Bauwerk, in den Müggelbergen, aus Beton, Stahl und Glas. Seine Aussichtsplattform, die über 126 Stufen zu erreichen ist, liegt 120 Meter über dem Meeresspiegel. Er wurde nach 26-monatiger Bauzeit, während der Silvesterfeier 1961, im neuen Turmrestaurant eröffnet. Dieser Bau, der so etwas wie ein Wahrzeichen des Stadtteils geworden ist, besaß einen hölzernen Vorgänger, der durch einen Brand im Mai 1958 völlig zerstört wurde. Die Berliner wollten den Turm nicht missen, und so entstand mit Hilfe von Geldspenden in Höhe von 130.000 Mark und 3.700 freiwillige geleisteten Arbeitsstunden, im Rahmen des "Nationalen Aufbauwerkes" (NAW), der heutige Müggelturm. Er wurde von einem Studentenkollektiv der Kunsthochschule Berlin- Weißensee entworfen.

Ein Stein im Blumenfenster des Müggelturmrestaurants (derzeit geschlossen) hält die Erinnerung an Josef Jacob Bayer wach, der den Höhenzug der Müggelberge dazu nutzte, um die erste Stadtvermessung vorzunehmen. Baeyer, der von 1794 bis 1885 lebte, gründete das Geodätische Institut Berlins.

Vom Müggelturm aus, hat man den besten Überblick das im Berliner Urstromtal eingebettete Müggelland. Zu seinen Füßen liegt der sagenumwobene Teufelssee, leuchtet das Grün ausgedehnter Wälder, das zu den blinkenden Gewässern einen Kontrast bildet. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis nach Königs Wusterhausen und zu der alten Hussitenstadt Bernau hinüber.

Werdegang seit der Wende:
1991 erhielt die bcb GmbH von der Treuhand den Zuschlag für das Gelände. Zwei Jahre darauf sprang ein erster Investor ab, weil sein Konzept einer Hotelschule abgelehnt wurde. Anschließend entwickelte 1994 die Müggelturm-Tourismus & Service GmbH ein neues Konzept. Zwei Investoren verzichteten, weil die Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt waren. Erst ein Jahr später ging das Areal ans Land und wird seitdem vom Bezirk verwaltet. Seit 1995 steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz - deshalb verabschiedete sich wieder ein Investor.

1996 entwickelten Wolfgang Gerber und Ulrich Peickert ein "ökologisches Konzept". Ein Hotel sollte entstehen, was aber nach dem Flächennutzungsplan (FNP) nicht zulässig war: Wieder ging ein Interessent. 2000 wurde der FNP geändert. Weil aber der Denkmalschutz sein Projekt ablehnte, sprang wiederum ein Investor ab. Der nächste potenzielle Investor wollte neben dem Müggelturm eine Burganlage mit Hotel und Restaurants bauen. Wegen der massiven Bauweise wurde das Vorhaben aber vom Senat abgelehnt. 2002 wurde das Areal international ausgeschrieben.

Als Konsequenz aus der gescheiterten Ausschreibung wurden die Bedingungen investorenfreundlicher gestaltet, indem der marode Gastronomiebereich abgerissen und neu bebaut werden darf. Zudem sollte die unterirdische Erschließung des Grundstücks (Strom, Wasser, etc.) eventuell mit GA-Mitteln, finanziert durch den Bezirk Treptow-Köpenick, komplett erneuert werden. Inzwischen hat das Areal einen neuen Eigentümer. Was aber dort nun tatsächlich passieren wird, ist aber noch ungewiss. Der Investor sprach von Erlebnisgastronomie und einem Baubeginn im Frühjahr 2008. Bisher ist aber nichts geschehen. (Stand Januar 2013)


Alter MüggelturmDer hölzerne Vorgänger der im chinesischen Pagodenstil erbaut wurde stammt aus dem Jahre 1889. Er war 130m über dem Spiegel des Müggelsees hoch und es führten 374 Massiv-Stufen zu demselben hinauf. Er hatte einen quadratischen Stockwerkbau, mit vorspringenden Dächern. Der Turm verjüngte sich nach oben hin. Die Turmterrasse war vorne mit zwei kleinen Türmen links und rechts gespickt. Er wurde vom Köpenicker Wäscherei- und Färbereibesitzer Carl Spindler (1841-1902) gestifteten und am 1. April 1890 offiziell als Aussichtspunkt zugelassen. 1924 integrierte sein damaliger Besitzer, Walter Wichelhaus, in den ehemaligen Gasträumen des Turms ein Museum, in dem u.a. der Backenzahn eines Mammuts zu sehen war. 1942 lagerte man die Sammlung in die Gaststätte Schmetterlingshorst aus, wo sie gemeinsam mit der weltberühmten Faltersammlung des Gaststättenbesitzers Büttner bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Früher hatte an seiner Stelle ein turmartiges Holzgerüst gestanden, das Jägern als Anstand diente, aber auch zur Brandbeobachtung genutzt wurde. Später in den Besitz der Familie Wichelhaus übergegangen, war der Turm schon immer eines der beliebtesten Berliner Ausflugsziele. Anfang 1945 erklärte die SS den Müggelturm zum militärischen Objekt: Während des II. Weltkriegs diente er als Beobachtungsposten für die Artillerie sowie als Funkturm zur Nachrichtenübermittlung. Kurz vor Kriegsende, war er vor seiner völligen Zerstörung gerettet worden. Volkssturmmänner hatten zwei Zentner Dynamit im unteren Turmraum für die Sprengung vorbereitet. Aber der Gastwirt, der damals seit 26 Jahren auf dem Turm zu Hause war, riss gleichsam im letzten Moment die Zündschnüre ab.

Am Nachmittag des 19. Mai 1958 fiel das Bauwerk einem Brand zum Opfer. Etwa gegen 16:30 Uhr schlugen helle Flammen aus der Spitze des Turms hervor. Bald hatte sich auch eine riesige, weithin sichtbare Rauchwolke gebildet. Im trockenen Holz des Turmes fanden die Flammen reichlich Nahrung. Binnen kurzem glich der Turm einer lodernden Fackel, und seine Spitze brach brennend zu Boden.
Der Wirt des Turmrestaurants im Erdgeschoss, in dem sich bei Ausbruch des Brandes glücklicherweise nur wenige Gäste aufhielten, hatte sofort die Feuerwehr alarmiert, die mit acht Löschzügen und weiteren Spezialfahrzeugen anrückte. Sie bemühte sich vor allem darum, durch einen dichten Wasserschleier, ein Übergreifen der Flammen auf den unmittelbar angrenzenden Wald zu verhindern. Es gelang ihr auch, ein an den Turm angrenzendes Wirtschaftsgebäude und das Restaurant zu retten. Vom Turm selbst blieben nur glühende Balkenreste übrig. Als Brandursache stellten sich Schweißarbeiten im Inneren des seit fast einem Jahr wegen Baufälligkeit gesperrten Turmes heraus. Die Handwerker hatten kurz vor Ausbruch des Feuers Feierabend gemacht. Die von der HO Köpenick initiierte Renovierung sollte dem 69 Jahre alten Turm neuen Halt geben. Auch war geplant, bis zum 1. Mai 1959 auf der oberen Terrasse neben dem Turm ein modernes Restaurant einzurichten. (einige hielten aber auch Brandstiftung für möglich)

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Museum im Wasserwerk Friedrichshagen

Friedrichshagener WasserwerkDas Museum im Wasserwerk Friedrichshagen liegt am Nordufer des Müggelsees zwischen den Ortsteilen Friedrichshagen und Rahnsdorf. Es zeigt die Geschichte der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Berlins. Eine Verbundkolbendampfmaschine aus dem Jahre 1893 kann den Besuchern vorgeführt werden. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz. Das Museum befindet sich im ehemaligen Schöpfmaschinenhaus B des Wasserwerks Müggelsee. Das Wasserwerk Müggelsee, im Stil der märkischen Backsteingotik errichtet, nahm bereits 1893 den Betrieb auf. Es war damals das größte und modernste Wasserwerk Europas.


Museum im Wasserwerk
Müggelseedamm 307
12587 Berlin
Tel.: 030/86 44 76 95
Internet: www.museum-im-wasserwerk.de
Email: museum@bwb.de

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Oberschöneweide

1598 wird die "Wiese an der Spree neben der schönen Weide gelegen" erstmalig erwähnt. 1674 wird der "Pfefferkrug" erwähnt, der wenig später als "Quappenkrug" bezeichnet wird. Er gilt als Urzelle des heutigen Oberschöneweide und befand sich etwa auf dem heutigen Gelände der Reinbeckhallen.

Im Jahr 1814 erwirbt Oberfinanzrat Johann Phillipp Otto Reinbeck das Forst- und Landgut Quappenkrug und benennt es in Schloß Wilhelminenhof (nach seiner Frau). 1871 erfolgte dann schließlich die Umbenennung des Gutsbezirkes Wilhelminenhof in Oberschöneweide. Zur gleichen Zeit kam es zur Gründung der Färberei Nalepa und der Weißbierbrauerei Tabbert. 1889 erwirbt die AEG die meisten Grundstücke um den Wilhelminenhof und 1896/97 ein weiteres Grundstück und errichtet ihr Kabelwerk Oberspree (KWO).

Erst am 07. April 1898 kam es zur Gründung der selbständigen Landgemeinde Oberschöneweide des Kreises Niederbarnim mit eigenem Ortswappen.

Als Folge der Industriealisierung wuchs Oberschöneweide zu einem bedeutenden Industrievorort Berlins an und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Hauptstandort der AEG (Emil Rathenau), die 1887 aus der 1883 gegründeten Deutschen Edison-Gesellschaft hervorging. Von hier gingen wesentliche Impulse für die Entwicklung der Elektroindustrie aus. Dies wurde begünstigt durch die Wasserlage, die Lage an der Görlitzer Eisenbahn, die Nähe von Ausfallstraßen, niedrige Bodenpreise sowie die Möglichkeit, das Arbeitskräftepotential der Randgebiete zu nutzen.

Für die Arbeiter, die aus benachbarten Gemeinden und Berlin kamen, ließ die AEG damals eine Fußgängerbrücke (Kaisersteg) über die Spree bauen. Der Kaisersteg wurde aber Ende des zweiten Weltkrieges zerstört.

Die Bevölkerungszahl Oberschöneweides steigt schnell an: 1850 (116 Einwohner), 1895 (626 Einwohner), 1900 (5.850 Einwohner), 1904 (14.700 Einwohner), 1919 (25.000 Einwohner) und 1930 (30.000 Einwohner).

1898 errichtet die deutsche Niles Werkzeugmaschinenfabrik AG errichtet ein Fabrikgebäude (das spätere TRO-Gelände). Es folgten erste große Wohnungsbauten in der Rathenaustraße, Slabystraße, Wilhelminenhofstraße und zwischen Edison- und Tabbertstraße. Ab 1899 werden Telefonkabel und ab 1903 Starkstromkabel im Kabelwerk Oberspree (KWO) hergestellt. 1900 arbeiten in den Oberschöneweider Fabriken mehr als 18.000 Menschen. Im Jahr 1903 kam es auch zur Gründung der Telefunken-Gesellschaft durch AEG und Siemens & Halske und auch zur Produktion des erster Motorlastzuges der Welt im NAG. 1906 Beginn der Baumaßnahmen zur Errichtung der Christuskirche und der St. Antoniuskirche. 1911 Baubeginn des Wasserwerkes in der Wuhlheide.

01. Oktober 1920 Einbindung von Oberschöneweide in den 15. Verwaltungsbezirk (Treptow) der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin. 1924 Abriß des Schlosses Wilhelminenhof, es weicht den Fabrikanlagen des TRO. 1938 wird Oberschöneweide in den Stadtbezirk Köpenick eingemeindet. Treptow erhält von Köpenick im Gegenzug Bohnsdorf. Am 23. April 1945 erreichen sowjetische Panzertruppen die Wilhelminenhofstraße und besetzen das KWO. Im Herbst 1946 geht aus dem LKVO das Oberspreewerk (OSW), das spätere WF hervor. 1951 zieht der Rundfunk der DDR in den Neubau in der Nalepastraße ein. 1962 beginnt die Produktions des Rasenmähers "Trolli" durch das TRO. 1976 beginnt der Bau des Pionierpalastes im Pionierpark (heute FEZ). 1979 wird das Schwarz-Weiß- Bildröhrenwerkes im WF stillgelegt. 1984 beginnt das WF mit der Farbbildröhrenfertigung. 1985 läuft der 500.000 Rasenmäher Trolli vom Band. Bis ins Jahr 1990 sind hier ca. 25.000 Menschen beschäftigt. 1990 wird das KWO aufgelöst.

1991 wird das Ensembles von Industriebauten an der Wilhelminenhofstraße (von Ostend- bis Edisonstraße) in die Denkmalliste Berlins aufgenommen und Oberschöneweide hat 17.000 Einwohner. 1992 übernimmt Samsung das Werk für Fernsehelektronik. 1996 wird das TRO geschlossen. 1998 werden die BICC Kabelwerke (ehemals KWO) geschlossen.

In Oberschöneweide liegt die Wuhlheide. Sie entstand in den 20er Jahren als Volks- und Waldpark mit großen Spiel- und Liegewiesen und Sportplätzen. Hier ist das Freizeit- und Erholungszentrum FEZ mit der Parkeisenbahn. Des weiteren finden hier Konzerte auf einer Freilichtbühne statt, und der 1. FC Union spielt hier in der seit 1906 bekannten "Alten Försterei".

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Platz des 23. April

Mahnmal auf dem Platz des 23. AprilDer ehemaligen Stadtpark auf dem sich ursprünglich ein Heuplatz befand (an der Ecke Bahnhofstraße- Lindenstraße gelegen) wurde zur Erinnerung an den Einzug der ersten Gardepanzerarmee und der achten Gardearmee der sowjetischen Streitkräfte am 23. April 1945 umbenannt. Auf dem Parkgelände steht ein Mahnmal für die Opfer der "Köpenicker Blutwoche" die von der faschistischen SA im Juni 1933 ermordet wurden. Diese von Walter Sutkowski 1969 geschaffene Stele zeigt symbolisch die zur Faust geballte Hand eines Widerstandskämpfers, Symbol für die Kraft des Widerstandes, der letztlich über Terror und Unmenschlichkeit triumphiert. Am Ufer der Alten Spree kann man Enten und Schwäne füttern.

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Rahnsdorf

RahnsdorfDer am Ostufer des Müggelsees gelegene Ortsteil hieß früher Radendorf und wurde 1375 erstmalig urkundlich im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnt. Rahnsdorf war ein abgelegenes Fischerdorf, daß sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausflugsort der Berliner entwickelte. Ende des 19. Jahhunderts entstanden die Villenkolonien Neu-Rahnsdorf (seit 1902 Wilhelmshagen) und Hessenwinkel (damals Luftkurort), die 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet wurden. Um 1900 entstand die von Spreearmen durchzogene Kolonie "Neu-Venedig".

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Rathaus Köpenick

Köpenicker RathausZwischen 1901 und 1904 unter Leitung von Hugo Kinzer an derselben Stelle wie sein Vorgänger aus dem 17. Jahrhundert entstanden. Der Bau hat stolze 632.000 Reichsmark gekostet. Das Rathaus, wurde gebaut im Stil der damals modernen märkischen Backsteingotik, mit einem 54 m hohen Turm, im Dreieck Rosen- Böttgerstraße und der Straße Alt-Köpenick. 1926/1927 wurde es durch einen kurzen Trakt an der Böttcherstraße und 1936/1939 durch einen Anbau in Richtung Schloßplatz erweitert. Besonders hervorzuheben sind, daß schöne Treppenhaus und der repräsentative Wappensaal, die schmiedeeisernen Jugendstil-Fenstergitter im Kellergeschoß sowie Glasmalereien mit Motiven aus der Geschichte Köpenicks. Hier leistete sich einst der Hauptmann von Köpenick sein Husarenstückchen. Interessierte können sich in der ständigen Ausstellung zur "Köpenickiade" sowie zur Geschichte und Architektur des Rathauses informieren. Hier bricht auch jeden Sommer einmal großer Trubel aus, sobald der Hauptmann von Köpenick mit seiner pickelbehelmten Garde aufmarschiert und den Auftakt zum Stadtbezirksfest "Köpenicker Sommer" gibt. Mittwochs und sonnabends marschiert hier um 11.00 Uhr die Hauptmannsgarde auf.

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Regattastrecke

RegattastreckeAm 27. Juni 1880 fand erstmals eine Ruderregatta auf dem Langen See in Grünau statt. Bis heute sind die sportlichen Wettkämpfe eine Attraktion auf den Köpenicker Gewässern. Bei großen Meisterschaften kamen an einem Sonntagnachmittag mehr als 50.000 Zuschauer nach Grünau. Während der XI. Olympischen Spiele im August 1936 wurde die Regattastrecke in Grünau sogar als Austragungsort für die Wassersportdisziplinen genutzt.

Auszug aus der Festschrift 250 Jahre Grünau 1999:

"Der Bau der Regattaanlage, Regattastrasse 211, war ein schwieriges Werk. Die sumpfigen Ufer mussten durch Aufschüttungen und Bollwerke befestigt werden. Es entstand ein ungedeckter Tribünenbau direkt am Wasser für 1.250 Personen, das jährlich auf- und abgebaut werden konnte. Am 15 Juni 1883 spendete Kaiser Wilhelm I. einen Ehrenpreis als Wanderpreis, der schon zwei Tage später ausgefahren wurde. Diese Regatta hatte nachhaltige Wirkung, die Berliner erhielten auswärtigen Besuch und fuhren selbst zu anderen Regattaplätzen. Der Regatta-Verein ließ die Anlage weiter ausbauen, die Strecke wurde neu vermessen und von Start zum Ziel eine erste Telefonleitung verlegt. Diese Berliner Regatten bei "Kaiserwetter" lockten über 50.000 Besucher nach Grünau. Die kaiserliche Yacht Alexandria erschien in der Regel gegen 16 Uhr und ergänzte die Flaggenparade der Segler.

Ab 1898 ergänzte der Grosse Preis von Berlin das Geschehen. 1896 pachtete der Regatta-Verein das Gelände. Ein Landvorsprung an der 1.000 Meter Ecke wurde abgetragen und es wurde ein befahrbarer Weg bis dorthin angelegt. Wenig später entstand dort das Sportdenkmal. 1899 wurde die erste feste Tribüne eingeweiht. 1900, 1902,1903,1906, 1911 und 1912 wurden hier die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. 1914 verhinderte der Ausbruch der I. Weltkrieges die geplanten Europameisterschaften. 1919 fand trotz Revolution und Generalstreik eine Regatta statt. 1926-27 wurde die Regattastrecke dank Notstandsarbeiten durch Arbeitslose begradigt. Damit kam der Regatta-Verein in den Besitz einer Anlage, die sich für Meisterschaften und Olympiakämpfe eignete. 1920, 1923, 1929, 1930 und 1931 war Grünau wieder Gastgeber Deutscher Meisterschaften und richtete 1922 die ersten Deutschen Kampfspiele als Ersatz für die entgangene Olympiateilname aus.

1930 wurde von Mitgliedern des IOC auf den Langen See eine Ausfahrt mit 500 Booten durchgeführt, die nachhaltig beeindruckte und zur positiven Entscheidung für Berlin 1936 Olympiastadt beitrugen. 1935 wurden die Europameisterschaften im Rudern ausgetragen. Sie galt zugleich als Test für die Olympiade. Die Ehrengäste der Olympiade 1936, auch die nationalsozialistische Führung, verfolgten das Geschehen von der Terrasse des Hauses West aus, das heute zum Café überbaut ist. Das Olympische Feuer war durch Schüler über Köpenick und die Regattastraße zur Olympiastrecke gebracht worden. Von dort aus fuhren es Kanusportler mit einen Kanadier über den See, um es dann auf den Müggelbergen im Aussichtsteil der Bismarck-Warte für die Dauer der Spiele lodern zu lassen. Ganz Grünau trug ein Festkleid: Laternen waren umkänzt und bewimpelt. Ein zusätzlicher Übergang über das Adlergestell am Bahnhof wurde geschaffen. Die Zuschauer gelangten über eine Pontonbrücke an der Libboldallee nach Wendenschloß, wo Pioniere für die Dauer der Olympiade eine zusätzliche Trebühne errichteten. Der Schiffsverkehr wurde über den extra dafür gebauten Gosener Kanal umgeleitet.

Nach 1945 sammelten Enthusiasten zwischen Stralau und Erkner verstreutes Bootsmaterial. Sie sicherten Bootshallen und machten einen Neuanfang. 1945 bis 1950 war die Regattastrecke von der Besatzermacht beschlagnahmt worden. Nach zum Teil freiwilliger Aufbauarbeit der Strecke wurde zu Pfingsten 1950 zum Deutschlandtreffen die Strecke wieder nutzbar. Zwischen 1960 - 1990 folgten 16 DDR Meisterschaften, 2. Europameisterschaft (1962, 1968), 1. Weltmeisterschaft (1966)."

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Salvador-Allende-Viertel

Salvador-Allende-ViertelZwischen Salvador-Allende- und Wendenschloßstraße gelegene Hochhaussiedlung die 1971/73 entstand und in den achtziger Jahren wesentlich erweitert wurde. Plattenbau made in DDR der ein wenig an Hellersdorf erinnert.

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Schloß Köpenick

Köpenicker SchlossDer dreigeschossige Barockbau (1677-1682), auf der Schloßinsel gelegen, hatte mehrere Vorgänger. 1682/85 folgte eine von Johann Arnold Nering erbaute Schloßkapelle, mit eindrucksvollem Deckenstück von Giovanni Caroveri. Im Inneren wurde es aufwendig mit Stuckarbeiten von Giovanni Caroveri und Deckenmalereien von Jaques Vaillant gestaltet. Einer der repräsentativsten Säle des Schlosses ist der Wappensaal. Das Schloß hat eine wechselvolle Geschichte. So war es zeitweilig Traindepot für die preußische Armee, Staatsgefängnis, Lehrerseminar. Seit 1963 befindet sich das Kunstgewerbemuseum darin. Der englische Schloßpark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben. Er bietet einen Blick auf den alten Kietz und auf Spindlersfeld. Mit seinen alten schattigen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre alte Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko- und ein Mammutbaum sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen und dem kleinen Schloßcafe lädt er seine Besucher zu einem kleinen Rundgang ein. Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß aufwendig saniert und Ende Mai 2004 wieder eröffnet.

Die neue Dauerausstellung „Werke der RaumKunst aus Renaissance, Barock und Rokoko“ präsentiert eine spannungsreiche Begegnung von barockem Schloßgebäude und musealer Sammlung, die aber nicht zum Köpenicker Schloß gehört. Unter dem Aspekt „RaumKunst“ wird das neue Museumskonzept Möbel und Kunstgewerbe aus Renaissance, Barock und Rokoko präsentieren. Die Auswahl der über 500 Exponate ist durch ihre ursprüngliche Funktion innerhalb der Wohn- und Repräsentationskultur des 16. bis 18. Jahrhunderts im öffentlichen, privaten und höfischen Leben bestimmt. Der Begriff „RaumKunst“ umfasst alle Bereiche der Innenausstattung, die in früheren Zeiten als Wand- und Raumschmuck bürgerlicher und höfischer Wohnräume dienten: Tapisserien, Lackarbeiten, Wandpaneele, Ledertapeten, ein Kabinett mit barocken Kunstkammerschränken, Tafelaufsätze, Porzellan und Silber.

Der barocke Dachstuhl ist ein technisches Denkmal von besonderem Rang. Hier wird die Studiensammlung von Metallgeräten, Fayencen, Glas und Porzellan präsentiert. Das Untergeschoss mit Resten des mächtigen Nordost-Turms aus dem Vorgängerbau nimmt eine Abteilung zur Bau- und Siedlungsgeschichte der Schloßinsel auf. Multimediale Erläuterungen zu Schloßgebäude und Sammlung und ein Lesekabinett vervollständigen das umfassende Besucherangebot.

Offizielle Internetseite: Staatliche Museen zu Berlin

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Schmöckwitz

Die Schmöckwitzer Flur bildet die südliche Begrenzung der Müggellandschaft. Schmöckwitz liegt mit seinen Kolonien in herrlicher Umgebung von See und Wald auf einem hochwassersicheren, nacheiszeitlichen Dünenzug. Die Ortsflur ist ring von Wasser umschlossen: vom Langen See, Seddinsee, Zeuthener See, Großen Zug und Krossinsee. Ausgrabungsfundstücke liegen aus mehreren Zeitabschnitten der Vorgeschichte vor. Demnach haben wir es auch inn Schmöckwitz mit einem sehr alten Siedlungsplatz zu tun. Aus der mittleren Steinzeit stammen Waffen und Werkzeuge aus Feuerstein, die auf dem Försteracker, östlich des Langen Sees, bloßgelegt wurden; aus der jüngeren Steinzeit vielerlei gut gearbeitete, zum Teil geschlieffene und durchbohrte Feuersteingeräte; außerdem sind noch Funde von eigenartigen Walzenbeilen aus Schmöckwitz zu nennen. In Rauchfangswerder kamen zwei Axt- oder Paradedolche bei Erdarbeiten zum Vorschein, die zur älteren Bronzezeit zu rechnen sind. Aus der mittleren Bronzezeit wurden Spiralfibeln mit Doppelkreuznadeln geborgen. Die gesamten Funde machen das Gebiet in und um Schmöckwitz für den Vorgeschichtsforscher ungemein interessant und lassen darauf schließen, daß sämtliche heute besiedelten Stellen, d.h. außer dem Ort Schmöckwitz selbst auch seine Kolonien Schmöckwitzwerder, Rauchfangswerder und Karolinenhof, bereits seit Jahrtausenden  fast ununterbrochen von Menschen bewohnt gewesen sind.

Das heutige Alt-Schmöckwitz, hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten und steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Der Anlage nach ist es wie Rahnsdorf mit seiner günstigen Seenlage, ein altes wendisches Fischerdorf. Es wurde von den Slawen als Runddorf errichtet. Durch diese Siedlungsform wurde jedem Fischergehöft eine unmittelbare Verbindung zum Wasser ermöglicht. Auch der Name scheint wendischen Ursprungs zu sein und kann von smokowica = Drachenbach abgeleitet werden. Im Landbuch der Mark Brandenburg von Kaiser Karl IV. heißt es: "1375 Smekewitz hat keine Hufe, sondern die Fischer haben seit Alters her das Recht des Fischens an den Gewässern des Markgrafen". Außer der Fischerei betrieben die Schmöckwitzer lange Zeit nur noch die Imkerei. Sie "haben die Zeidelweide in der markgräflichen Heide", steht im Landbuch weiter verzeichnet, "und müssen dafür dem Schloß Köpenick einen Krug Honig abgeben". Das Dorf bestand damals nur aus 15 Häusern. Bis 1751 war Alt-Schmöckwitz noch eine Insel. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts verhökerten die Fischer ihre Fänge auf Berliner Märkten. Die ersten Spreeathener zogen Ende des vergangenen Jahrhunderts aus der Großstadt an den Stadtrand nach Schmöckwitz. Die Schmöckwitzer Brücke, die den Langen und den Zeuthener See trennt, ist zugleich der Südzipfel des heutigen Bezirks Köpenick.

Um am Anfang des 20. Jahrhunderts von Berlin nach Schmöckwitz zu gelangen, fuhr man mit einer Dampfeisenbahn bis Grünau und von dort aus weiter mit einer elektrischen Straßenbahn, der sogenannten Uferbahn, am Langen See entlang. Die Dampfeisenbahn bis Grünau fuhr noch bis zum Jahre 1928, denn erst am 15.Oktober 1928 wurde der elektrische Stadtbahnbetrieb auf den Strecken Charlottenburg-Südring-Grünau und Stralau-Rummelsburg-Grünau aufgenommen.

Die unzureichende Verbindung zur nächsten Eisenbahnstation war für die Gemeinde Schmöckwitz der Anlaß zur Herstellung dieser Straßenbahnverbindung nach Grünau. Auf Grund von Protesten wurde statt der vorgesehenen elektrischen Straßenbahn eine Benzolbahn eingerichtet. Die Bauarbeiten auf dieser 8 km lange Strecke, die der Continentalen Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft in Frankfurt am Main gehörte, waren bereits im Herbst 1911 beendet. Da man aber im Winter keinen regen Verkehr erwartete, wurde die Inbetriebnahme auf den März 1912 verschoben.
Für den Benzolbetrieb standen drei Benzoltriebwagen (Nr. 1-3) der Firma Siemens und Schuckert und sechs Beiwagen (Nr. 21-26) zur Verfügung. Auf Grund des regen Zuspruchs sah sich die Bahnverwaltung sehr schnell veranlaßt, den Benzolbetrieb in einen elektrischen Betrieb umzuwandeln, der bereits im Juli 1912 aufgenommen werden konnte. Da die bestellten fünf Triebwagen nicht rechtzeitig eingetroffen waren, wurden Triebwagen der Großen Berliner Straßenbahn mit einem Schleifbügel versehen und vorübergehend auf der Uferbahn eingesetzt.
Im Jahre 1924 wurde die Uferbahn von der Berliner Verkehrs GmbH, einer Tochtergesellschaft der Berliner Straßenbahn Betriebs-GmbH, gekauft und eine Tarifgemeinschaft mit dem letztgenannten Unternehmen eingerichtet. Ein Jahr später wurde die Uferbahn von der Berliner Straßenbahn Betriebs GmbH übernommen, es erfolgte die Einführung von Rollenstromabnehmern, die Inbetriebnahme einer neuen Strecke in Karolinenhof und die Verlängerung der Linie nach Köpenick.
Die Strecke ist noch heute in Betrieb, und wird von der Straßenbahnlinie 68 befahren. Sie gehört weiterhin zu den schönsten Straßenbahnstrecken Berlins.

Rauchfangswerder: Der Hausmann Martin Barnack aus Zeuthen kaufte 1743 rund 33 Morgen Pachtacker vom Alten Fritz. Damit begann die Besiedelung des Landstriches Rauchfangswerder. 1830 war ein winziges Dorf ohne feste kommunale Bindung daraus geworden. 1897 wurde dann die preußische Stadt Köpenick zuständig und mit der Gebietsreform 1920 die Gemarkung Groß-Berlin einverleibt. Seitdem ist die Halbinsel der südlichste Stadtteil von Berlin.

Karolinenhof: ursprünglich ein Teil der Gemeinde Schmöckwitz, entstand in den Jahren um 1785. Die Gemeinde Schmöckwitz erhielt 1782 vom Köpenicker Amtsforst ein 72 Hektar großes Gelände zugewiesen, auf dem ein Siedler namens Kersten einen Bauernhof anlegte, den er nach dem Vornamen seiner Frau Karolinenhof nannte. 1894 kaufte der Berliner Bankier Albert Schappach das ehemalige Bauerngut und es erfolgte die Parzellierung des idyllischen Geländes. 1895 legte Schappach eine Villenkolonie an. Zu dieser Zeit war Schmöckwitz und der Forst um Schmöckwitz schon ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Das erste Haus von damals - in der Schappachstraße 16 - steht unter Denkmalschutz.

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Schwefelberg

SchwefelbergDer ehemalige Schwefelberg befand sich an der Nordseite der Müggelheimer Straße auf Höhe der Pohlestraße. Claus-Dieter Sprink (ehemaliger Leiter des Köpenicker Heimatmuseums) zufolge entstand der Berg als Abraumhalde der einst benachbarten Chemischen Fabrik Cöpenick, die ab 1826 auf dem so genannten Amtsgelände produzierte. Unter wechselnden Besitzern wurden Schwefelsäure, Salzsäure, Salpeter und Chlorkalk hergestellt. Die Arbeiter kippten die Produktionsabfälle neben dem Betriebsgelände ab. Durch die Schwefelrückstände bekam der Hügel eine gelbliche Färbung und verbreitete üble Gerüche.

Um die Wende zum 20. Jahnhundert etablierte sich eine Nitritfabrik. Zu jener Zeit soll die Aufschüttung eingestellt worden sein. In der DDR wurde der Hügel zum Erholungsgebiet umgestaltet. Da auf den Chemieabfällen keine Pflanzen gedeihen wollten, trug man Kulturboden auf. 160 Bäume sollen einem Zeitungsbericht von 1976 zufolge gepflanzt worden sein, darunter Ahorn, Linden, Zierkirschen und Roteichen. Durch den starken Baumbewuchs nahm man abhängig von der Jahreszeit nur eine grüne Erhebung des Geländes wahr.

Im Januar 2005 hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angeordnet, daß der 17 Meter hohe Schwefelberg, der auch als Rodelberg genutzt wurde, abgetragen werden soll.

Die Behörde ließ seit Ende der 1990er Jahre das Grundwasser nahe dem Hügel untersuchen. Sie hat Verunreinigungen mit Cyaniden festgestellt, die wegen ihrer hohen Toxizität eine Gefahr für das Grundwasser bedeuten und sich in Richtung des Stichkanals (er führt direkt in die Spree) ausbreiten. Außerdem wurden überhöhte Sulfatkonzentrationen nachgewiesen.

Anfang-Mitte Februar wurden zunächst 200-300 Bäume und viele Sträucher auf dem knapp 9500 Quadratmeter großen Gelände entfernt. In der zweiten Monatshälfte begann dann bereits die Abtragung des Bergs. Die Sanierungskosten beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro und wurden vom Eigentümer übernommen.

Auf dem Gelände entstand anschließend ein Verbrauchermarkt mit zugehörigem Parkplatz.

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Spindlersfeld

1873 errichteten die Brüder Karl und Wilhelm Spindler auf einem 200 Morgen großen Gelände, dem heutigen Spindlersfeld, die erste Großwäscherei, die "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei". In Folge dessen Entstanden mehrere Wohnhäuser in der näheren Umgebung des Werkes. Spindlersfeld liegt auf der, der Altstadt gegenüberliegenden Uferseite der Dahme und dem, der Dammvorstadt gegenüberliegenden Uferseite der Spree. Die Köllnische Vorstadt liegt ihr, durch die Oberspreestraße getrennt, gegenüber.

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Spree

Sie entspringt im Lausitzer Bergland (Sachsen) nahe der Grenze zur Tschechischen Republik aus drei Quellen und mündet nach 382 Kilometern in Berlin-Spandau in die Havel. Der Fluss ist durch einen Kanal mit der Oder verbunden (Oder-Spree-Kanal).
Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst etwa 10 000 Quadratkilometer. Die Spree fließt auf dem Weg nach Norden über Bautzen und Cottbus zunächst in den Spreewald, wo sie sich stark verzweigt. Von dort fließt die Spree an Fürstenwalde vorbei in den Müggelsee und erreicht nach 45,1 Kilometern durch das Berliner Kanal-und Schleusensystem die Havel.
Da die Spree in ihrem Verlauf mehrere Seen durchfließt, ist der Abflussgang des Flusses relativ ausgeglichen. Der Fluss fließt sehr langsam, da er ein sehr geringes Gefälle aufweist. Zwischen Cottbus und Köpenick sind es pro Kilometer nur 17 Zentimeter, in Berlin sogar nur noch neun. Seit 1997 legen Berlin und Brandenburg Speicherseen an, die einen Mindestzufluss garantieren sollen.

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Spreetunnel

SpreetunnelEr verbindet Friedrichshagen mit der Kämmereiheide am Westufer des Müggelsees. Seit 1894 überquerte eine alte Dampferfähre an dieser Stelle den Spreeabfluß bis zu einem für damalige Zeiten sensationellen Ereignis im Jahre 1927: Teile eines insgesamt 120 Meter langen und 5 Meter breiten Betonrohres wurden in den Spreegrund eingelassen und zu einem Tunnel verbunden. Es ist ein eigenartiges Gefühl, in einer Wassertiefe von 8,5 Metern auf dem Grund der Spree zu spazieren.

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St. Laurentiuskirche

St. LaurentiuskircheSie steht in der Köpenicker Altstadt. 1838 war ihr mittelalterlicher, um 1245 errichteter Vorgängerbau aus Feldsteinen wegen starker Einsturzgefahr abgerissen worden. Die Bauarbeiten für die heutige Kirche mit ihrem 65 m hohen Turm (Köpenicker Rathaus 54 m) begannen am 18. Juni 1838. Die Kirche wurde nach Entwürfen des Baumeisters Butzke errichtet. Die alten Granitquader der Vorgängerkirche dienten dabei als Fundament. Es entstand ein rechteckiger Backsteinbau mit Rundbogenfenstern. Am 31.Mai 1841 wurde die Kirche schließlich in Anwesenheit von König Friedrich Wilhelm IV. und seiner Frau Elisabeth feierlich eingeweiht.

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Tangentialverbindung Ost

Kreuzung Spindlersfelder Straße und An der WuhlheideDie Tangentialverbindung Ost (TVO), auch als Tangentiale Verbindung Ost bezeichnet, ist ein Straßenbauprojekt zur Errichtung einer kreuzungsarmen Stadtschnellstraße.

Ziel ist die Entlastung des Straßennetzes der östlichen und südöstlichen Berliner Bezirke vom Nord-Süd-Durchgangsverkehr und ihre bessere Anbindung an den Berliner Ring im Norden (A 10) und der A 113 im Süden.

Die TVO gliedert sich in drei Bauabschnitte.

Bauabschnitt 1 - Nördliches Teilstück - Märkische Allee

Die Märkische Alle wurde bereits Ende der 1970er Jahre im Zusammenhang mit der Errichtung der Großwohnsiedlung Berlin-Marzahn gebaut. Die mehrspurige Märkische Allee (Länge: 7,58 km) beginnt im Norden an der Berliner Stadtgrenze am Ortsausgang von Ahrensfelde. Sie ist zugleich der südöstliche Teil der B 158, die weiter durch Ahrensfelde zum Berliner Ring führt. Im Süden führt sie bis zur Bundesstraße 1/5 (Alt Friedrichsfelde/Alt Biesdorf).

Bauabschnitt 2 - Südliches Teilstück - Spindlersfelder Straße, Glienicker Straße und Glienicker Weg

Spindlerfelder Straße (nördliches Teilstück)

Der Bau des nördlichen Abschnitts der Spindlersfelder Straße begann im Jahr 2000 und dient vor allem der Umfahrung der Köpenicker Altstadt. Am 7. Oktober 2002 wurde der Abschnitt für den Verkehr freigegeben. Er verbindet die Straße "An der Wuhlheide" über zwei Brückenneubauten (Wilhelm-Spindler-Brücke und Köllnische Brücke) mit der Oberspreestraße.

Das südliche Abschnitt führt in Dammlage weiter bis zur Glienicker Straße und wurde am 9. August 2007 für den Verkehr freigegeben. Dabei wird die Oberspreestraße durch die neue Wendenheidebrücke überquert und die Ottomar-Geschke-Straße durch die neue Adlershofer Brücke.

Glienicker Straße und Glienicker Weg (südliches Teilstück)

Die sich am südlichen Ende der Spindlersfelder Straße in Richtung Adlergestell anschließende Glienicker Straße, die dann als Glienicker Weg weiterführent, wurde bis zum Adlergestell (B 96a) 4-spurig ausgebaut.

Bauabschnitt 3 - Mittleres Teilstück (noch im Planungsstadium)

Wie so vieles, bereits zu DDR-Zeiten geplant, aber nie realisiert. Nach der Wende wurde ihre Notwendigkeit durch das stark gestriegene Verkehrsaufkommen zwar um so dringender, aber über das Planungsstadium kam das Projekt weiterhin nicht hinaus obwohl die Notwendigkeit immer wieder nachdrücklich betont wurde. Zwischenzeitlich wurde dieser Abschnitt sogar ad acta gelegt.
Ab 2007 beschäftigte man sich jedoch wieder ernsthaft und zunehmend intensiver mit dem Projekt und plant aktuell (01/2014), ab 2016 mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Dieser Mittlere Abschnitt würde sich gemäß aktueller Planung lückenlos an den nördlichen und südlichen Bauabschnitt anschließen. Die Strecke verläuft wie auch beim Bauabschnitt 2, östlich parallel zur bestehenden Bahntrasse. Der Ausbau soll auch hier 4-spurig erfolgen.

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Teufelssee

TeufelsseeDer Teufelssee, ist ein aus der Eiszeit stammendes Hochmoor. Seinen Namen verdankt er jemandem der in grauer Vorzeit hier einen Altar des Teufels gesehen haben will. Rund um den See führt ein Naturlehrpfad drei Kilometer über moorigen Untergrund. An den Ufern des Sees gibt es seltene Pflanzen und Gewächse zu entdecken, beispielsweise den hohen, quergefächerten Wurzelstock des Wasserschierlings, leuchtende Teichrosen in Rot und Weiß, funkelnden Sonnentau. Viele Pflanzen, Bäume und Sträucher entlang des Lehrpfades sind mit kleinen Schildern versehen, auf denen alles Wissenswerte verzeichnet ist. Dieser nur 1,6 ha große See (der kleinste Köpenicks) ist von Sagen umwoben: Ein verwunschenes Schloß soll an dieser Stelle versunken sein. Eine andere Version berichtet von einem Schloßfräulein, das, von einem Jäger verfolgt, in den See gegangen sei und bis auf den heutigen Tag noch auf ihren Erlöser wartet.

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Treptow-Köpenick

treptow-koepenickTreptow-Köpenick ist mit 168,4 km2 flächenmäßig der größte Bezirk Berlins und somit beispielsweise eineinhalb mal so groß wie Paris (105 km2) . Die Gesamtlänge der öffentlicher Straßen beträgt in Treptow-Köpenick 623 km. Etwa drei Viertel des riesigen Areals bestehen aus Wasser, Wald und Parks. Köpenick und Treptow decken somit fast ein Fünftel des gesamten Berliner Stadtgebiets ab. Die Bevölkerungsdichte ist dabei mit 1 362 Einwohnern je km2 die niedrigste aller Berliner Stadbezirke.

gemeinsames Wappen von Treptow-KöpenickAm 01.01.2001 verschmolz Köpenick im Rahmen der Berliner Bezirksreform, mit Treptow zum Großbezirk Treptow-Köpenick.Treptow steuerte acht Ortsteile zur Fusion bei: Adlershof, Altglienicke, Alt-Treptow, Plänterwald, Baumschulenweg, Bohnsdorf, Johannistahl und Niederschöneweide.

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Volkspark

VolksparkDer wegen seines Einflußes auf das Stadtbild unter Denkmalschutz stehende Park entstand 1926 nach Plänen des Berliner Gartenbaudirektors Erwin Barth. Er liegt gegenüber dem Krankenhaus Köpenick in Richtung Altstadt. Der Volkspark Köpenick liegt im Dreieck zwischen Müggelheimer Damm, Pablo-Neruda-Straße und dem Städtischen Krankenhaus, nicht weit von der Köpenicker Altstadt entfernt. An der Ostseite wurden Schmuckpflanzungen aus Zierrasen und Staudenrabatten angelegt. Vor einigen Jahren wurde hier ein neuer Brunnen errichtet. Leider ist dieser an Häßlichkeit kaum zu übertreffen. Der Originalbrunnen (siehe Galerie mit historischen Aufnahmen Köpenicks) wurden zu DDR-Zeiten in einer "Nacht und Nebel-Aktion" demontiert und steht heute am Hackeschen Markt in der Berliner Innenstadt.  

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Wendenschloß

Wendenschloß liegt in südlicher Richtung etwa 3,5 km von der Altstadt Köpenick entfernt, am Ufer des Langen Sees. Der frühere Name von Wendenschloß war Eichhorn. In Wendenschloß gab und gibt es leider kein Schloß. 1516 wurde das Eichhorn erstmals urkundlich erwähnt. Der Wald wurde als Jagdgebiet und die Gewässer wurden zum Fischfang genutzt. Ansiedlungen gab es nicht. Um 1870 werden die Wälder der Müggelberge immer mehr zur Erholung genutzt. Durch den 1866 in Betrieb genommene Haltepunkt Grünau der Eisenbahnstrecke Berlin - Görlitz und die Einrichtung der Fähre 1870 von Grünau zum Eichhorn wurden die Müggelberge besser erreichbar. Fährmann Wöse eröffnete dann am Eichhorn auch die erste Restauration in diesem Waldgebiet - die Waldgaststätte Wendenschloß. 1889 wurde die Uferpromenade entlang des Langen Sees gebaut. Ab 1892 begann die Bebauung des Eichhorn mit einer Villenkolonie. 1903 wurde eine Straßenbahnlinie vom Schloßplatz Cöpenick bis zur Villenkolonie eingerichtet. Der Magistrat von Cöpenick beschließt 1905 den Namen "Villencolonie Wendenschloß". 1905 bis 1906 wurde die Gaststätte Schmetterlingshorst gebaut. 1914 wurde das Freibad in Wendenschloß eröffnet, das im 2. Weltkrieg durch Bombenangriffe total zerstört und später wieder aufgebaut wurde. In der Waldgaststätte Wendenschloß war zeitweilig das Hauptquartier des Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Marschall G. K. Shukow, untergebracht. Am 5. Juni 1945 kam es hier zu einem Treffen mit den Oberkommandierenden der alliierten Armeen General Eisenhower, Feldmarschall Montgomery sowie General de Lattre de Tassigny. An diesem Tag wurde im Saal der Waldgaststätte die Deklaration über die Niederlage Deutschlands und die Übernahme der höchsten Autorität durch die Regierungen der vier alliierten Staaten unterzeichnet. Die Waldgaststätte Wendenschloß, später Gaststätte Freundschaft, wurde inzwischen abgerissen.

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